Ich sah aus dem Fenster in den samtblauen, leuchtenden Nachhimmel hinter den gedämpften Partylichtern, die sich in der Scheibe spiegelten. Unsere Gestalten reflektierten sich in der Glasscheibe wie transparente Schatten von morgen. Wir waren schon heute unsere eigene Vergangenheit. Wann würde der Regen kommen? Machte es überhaupt einen Unterschied, ob eine nukleare Staubwolke in 10.000 Metern Höhe über uns hinwegzog, oder der atomare Staub hinabgewaschen werden würde? Und so lange es nicht regnete, machte es einen Unterschied, ob man sich in einem Gebäude oder draußen aufhielt? In der Scheibe redete ein anderer Gregor stumm auf einen anderen Statisten ein, eine andere Melanie tanzte in einem roten Pullover, obwohl dort, in dem parallelen Universum, keine Musik spielte, und die schemenhafte Gestalt, die ich selbst sein musste, mit dem hoch gebundenen Pferdeschwanz, immer noch in meiner Jacke, mit einem Glas Cola in der Hand, zwinkerte mir aus der Parallelwelt zu, als sei sie in ein anderes Buch aus Borges Bibliothek geschrieben, und der Himmel über Berlin in ihrer Stadt roch bereits nach Staub und Sommerregen. Und das war kein Anlass zum Fürchten. In ihrer Welt.

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