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Entgeltgleichheitsgesetz! Der geschlechtsspezifische Entgeltunterschied beträgt 22 % in Deutschland.

Entgeltungleichheit, Altersarmut, Mini-Jobs, zu wenige Frauen in der Kommunalpolitik fordern weiter unser gemeinsames Engagement. Laut Statistischem Bundesamt beträgt der geschlechtsspezifische Entgeltunterschied in Deutschland 22 Prozent. Pünktlich zum 20. März 2015 – dem Tag, bis zu dem Frauen länger arbeiten müssen, damit sie das Jahresgehalt der Männer 2014 verdienen – hat der djb die Empfehlung der Europäischen Kommission vom 7. März 2014 betreffend Förderung des Prinzips der Entgeltgleichheit durch Transparenz kommentiert (djb-Stellungnahme 15-04). Eine Ursache für die fortbestehende Entgeltungleichheit ist die mangelnde Lohntransparenz. Der djb verlangt daher u.a., dass die Europäische Kommission von den Mitgliedstaaten gesetzliche Maßnahmen und Sanktionen sowie ein Verbandsklagerecht fordert und unterstützt die Forderung von Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig nach einem Entgeltgleichheitsgesetz. (aus dem Newsletter März 2015 des djb)

Un bar aux folies bergéres

Man kann sagen, dass Siri auf uncoole Orte spezialisiert war. Sie hatte eine Abneigung gegen gestylte Cafés oder Kneipen, obwohl sie das wahrscheinlich nicht zugegeben hätte. Sie trank keinen „Grande no fat Latte“, sie bestellte Kaffee, schwarz. Sie liebte Kaffee. Sie hasste Milch. Ihre text messages waren zu lang.

Wir hockten auf hohen Stühlen zwischen Hausfrauen und Rentnern in einem Selbstbedienungs-Café, das sich in einem gläsernen Gang zwischen der Socken- und Strumpfhosen Abteilung im nördlichen Flügel eines Kaufhauses und Heimtextilien im südlichen Flügel befand. Unter uns verlief eine Einkaufsstraße. Siri trank ihren Kaffee und sah auf die Straße hinunter. Ich aß Zitronenkuchen und trank Cola und sah auch auf die Straße hinunter. Ich schmeckte die Säure, die der Zucker in meinem Mund produzierte. Ich brach kleine Kuchenstücke ab und schob sie mir in den Mund. Der Zitronenkuchen schmeckte fast wie selbstgebacken.

Hinter der Kuchentheke ordnete eine hübsche, rundliche Frau die Kuchenstücke in der Auslage. Sie trug eine weiße Schürze und hatte richtige Hüften, die irgendwie durch die weiße Schleife über dem schwarzen Rock besonders vorteilhaft betont wurden. Ich wusste gar nicht, dass es noch Kellnerinnen mit weißer Schürze gab. Siri folgte meinem Blick. Es ist wie ein Bild, sagte ich schnell, weißt Du, diese Frau hinter der Theke, als hätte ich nicht gerade über Hüften nachgedacht. Mir fällt der Maler nicht ein, fügte ich hinzu, um wieder auf sicheren Grund zu kommen. Manet, sagte Siri vollkommen uninteressiert. Aber sie war geduldig, weil sie reden wollte und einen Zuhörer brauchte, hier zwischen Sockenabteilung und Wolldecken. Du denkst an Manets „Bar aux Folies Bergeres“, erklärte sie. Ich nickte. Ja. Das wars. Sie sah wieder auf die Straße hinunter. Nur dass es nicht stimmt., fügte sie hinzu. Es ist nur ein Klischee. Ich wollte protestieren, aber sie hatte Recht. Es stimmte nicht. Ich schob meinen Zitronenkuchen zu ihr rüber, der auch keine Madeleine war. Sie musterte den Kuchen als hätte ich ihn aus einem Sandförmchen gebacken und nahm noch einen Schluck Kaffee.

Die Sache ist die, sagte sie, ich bin nicht glücklich. Nicht mal zufrieden. Aber das macht nichts. Sie malte mit ihrem Zeigefinger einen Kreis auf die Glasscheibe. Ich wartete. Es machte keinen Sinn, jetzt Fragen zu stellen. Aufstehen und weggehen, irgendwann würde ich einfach aufstehen und weggehen, wenn sie so anfing, irgendwann, aber nicht heute. Sie sah mich an und verzog ihren Mund. Ich mochte diesen Mund, deshalb blieb ich sitzen. Weil ich ihren Mund mochte. Ich fand, das war Grund genug. Dafür wären andere auch sitzen geblieben.

Ich habe es satt, gefragt zu werden, ob ich glücklich bin, fuhr sie fort, mit absolut ruhiger Stimme, als wäre sie vorhin nicht ausgerastet. Es ist eine vollkommen sinnlose Frage. Vielleicht sorgen sie sich nur um dich, antwortete ich lahm. Sie sah mich so verächtlich an wie zuvor das Stück Zitronenkuchen. Sie sorgen sich nicht um mich, sagte Siri, sie sorgen sich um sich selbst. Ich brach noch ein Stück Zitronenkuchen ab und begann wieder zu kauen. Definitiv wie selbstgebacken. Nicht zu trocken. Nicht künstlich feucht. Gerade richtig.

Du solltest den Kuchen probieren, warf ich ein, der ist wirklich gut. Wie selbst gebacken. Sie schob den Teller auf meine Seite zurück. Ich hab guten Grund, nicht glücklich zu sein, fuhr sie fort. Ich bin nicht unglücklich, ich bin nur nicht glücklich und ich habe weder vor, so zu tun als wäre ich es, noch Energie darauf zu verschwenden, es zu werden. Ich aß den Rest des Kuchens in einem Stück. Es war zu wenig für zwei Bissen, aber zu viel für einen. Kann nicht sehen, dass etwas falsch daran sein soll, ein bisschen Mühe aufs Glücklichsein zu verschwenden, antwortete ich mit vollem Mund und meinte es. Ich schluckte den Rest des Kuchens runter und spülte mit Cola nach. Siri sah mich mit kaltem Interesse an, etwa so wie man ein Insekt ansieht, das über die Tischdecke krabbelt. Ich meine, jeder will doch irgendwie glücklich sein, Siri, das ist doch vollkommen normal, verteidigte ich mich.

Sie schwieg, als müsse sie abwägen, ob es sich wirklich lohne, mit mir zu reden, und kniff dabei die Augen zusammen. Das machte sie immer, wenn sie unentschlossen war. Ihre Augen gefielen mir auch, aber sie hätten mir noch besser gefallen, wenn sie mich nicht angesehen hätten, als hätte ich den Verstand eines Fünfjährigen. Das ist für Dich normal, entgegnete sie, weil Du über nichts nachdenkst. Es geht ihnen doch gar nicht darum, ob ich glücklich bin. Und das fragen sie mich auch nicht wirklich. Sie fragen mich eigentlich, ob ich mich endlich abgefunden habe. Und weil sie die Antwort schon wissen, fragen sie mich zugleich, wie lange es noch dauern soll, bis ich mich abfinde. Und mit derselben angeblich fürsorglichen Frage suggerieren sie, dass ich mich schuldig fühlen soll, weil ich mich trotz ihrer Fürsorge nicht glücklich und dankbar verhalte und mich nicht abgefunden habe und schließlich wollen sie, dass ich Zeit darauf verschwende, nach dem Grund zu suchen, warum ich mich nicht abfinden kann, oder „glücklich sein“, wie sie es sagen. Obwohl es auf der Hand liegt, sollte man meinen.

Sie schwieg einen Augenblick. Unten in der Einkaufsstraße stand ein großer Mann in grauem Mantel und hielt eine Ausgabe des Wachturms hoch. Die Passanten behandelten ihn wie einen Laternenpfahl.

Siri sah mich taxierend an und entschied sich dann, wahrscheinlich mangels Alternativen, dass ich würdig war, weiter in ihr Vertrauen gezogen zu werden. Meinetwegen hätte sie es auch sein lassen können. Obwohl, dann wären wir sicher nicht mehr zusammen Kaffee trinken gegangen.  Siri Kaffee, ich Cola. Ich konnte Kaffee damals nicht ausstehen. Siri trank schon mit Fünfzehn Kaffee wie andere Limonade. Schwarzen, ungesüßten Kaffee. Wahrscheinlich würde sie mit zwanzig ein Loch in der Magenwand haben. Verstehst Du, ich habe keine Zeit dazu, sagte sie, ich hab einfach keine Zeit, Schuldgefühle zu haben und mir sinnlose Fragen zu stellen. Und ich hab auch keine Schuldgefühle und ich stelle mir grundsätzlich keine sinnlosen Fragen. Ich kann ganz in Ruhe nicht glücklich sein und meine Energie in meine Arbeit investieren. Und deshalb, verstehst Du, musst Du sie mir von Halse halten. Sie atmete tief ein und schwieg einen Augenblick, als sei sie erschöpft. So, sagte sie dann schließlich und schenkte mir ein flüchtiges Lächeln mit ihrem schönen Mund, als sei damit jetzt alles geklärt, und sie sei doch ganz zufrieden mit unserem Gespräch. Ich bestell mir jetzt noch eine Tasse Kaffee, zwitscherte sie. Du? Ich schüttelte den Kopf.  Ich hatte nicht die geringste Ahnung,  wie zum Teufel, sie sich das vorstellte: sie ihr vom Hals zu halten. Aber sie war schon von ihrem Hocker gerutscht und auf dem Weg zur Theke.

Siri

IMGP0071_2Wir saßen auf den Steinen der Mole und froren trotz der Sonne. Am Morgen waren die Temperaturen noch nah am Gefrierpunkt gewesen und die Sonne hatte noch nicht die Kraft, die Steine zu wärmen. Das Wasser war ebenfalls noch frostklar, erst später in der Saison würden Algen es grün färben. Etwas weiter draußen saßen zwei Kormorane auf den Steinen und hielten ihre Flügel prüfend in den Wind. Ich hatte die Kapuze tief ins Gesicht gezogen, aber tatsächlich kam die Kälte direkt über meine Sitzfläche, weshalb ich versuchte, nur mit einem Knochen auf dem Stein zu hocken. Siri machte die Kälte nichts aus. Ihr hellblondes Haar flatterte im Wind, während sie ins Wasser starrte. Schließlich, mein Hintern war schon taub, stieß sie mich an und deutete ins Wasser. Ich hatte schon gestern befürchtet, dass sie es bemerken würde. Vielleicht hatte sie es auch schon gestern gesehen. Konnte man nicht einschätzen, Siri war gut darin, Dinge für sich zu behalten, wenn sie es wollte. Die Steine, auf die sie wies, lagen unter der Wasseroberfläche, sie stützten die Mole von der Seite. Sie waren andern geformt als die groben Feldsteine, auf denen wir saßen. Sie waren flach und schützten die Mole wie ein Schuppenpanzer. Dennoch hatte das Eis einige von ihnen angehoben und neu abgelegt, so dass man jetzt im klaren Wasser die verwaschenen Inschriften lesen konnten. Es waren Grabsteine, das wussten alle, die hier lebten. Irgendwann lief die Pacht für die Gräber aus, dann wurde das Grab ausgehoben und für neue Bestattungen freigegeben. Und die Steine fanden unter anderem Verwendung an der Mole. Ich hielt die Luft an und sagte nichts. Das hier konnte überall hin führen, also hielt ich den Atem an, zählte bis 8, atmete auf 7 aus und langsam auf 4 ein, bis meine Lungen voller Luft waren, dann hielt ich den Atem wieder für 8 Sekunden. Wenn ich mit einem Atemzyklus durch war, streckte ich einen Finger aus der in meiner Jackentasche geballten Faust und atmete weiter. Als ich drei Finger gestreckt hatte, ging es los. Sie strich eine Strähne hinter die Ohren zurück. Ich konnte sehen, dass sie aufgebracht war. Sieh Dir das an, sagte sie, und ich sah hin und hatte keine Ahnung, was jetzt kommen würde. Also hielt ich noch einmal die Luft an und zählte bis acht. Die Inschriften waren kaum noch zu lesen, Die Strömung und der Sand hatten ihre Arbeit getan und die Namen nahezu ausgelöscht. Ich atmeten wieder aus. Es stört mich nur der Gedanke, sagte sie plötzlich, wie lange man tot ist. Ich meine, man sitzt hier, und die Zeit tickt so ganz gemächlich davon, und jeden Augenblick habe ich einen Augenblick weniger zu leben. Jeden Atemzug einen Augenblick weniger. Aber tot ist man für immer. Es ist nicht so, dass eine Sekunde des nicht mehr Lebendig Seins etwas von der Zeit des Nicht Lebendig Seins fortnähme. Nur das was bereits war, nimmt etwas von dem, was jetzt noch kommen muss, Unendlichkeit. Tod kann nur deshalb nicht unendlich sein, weil ich schon einmal gelebt habe. Aber dann hält die Zeit an und alles Warten der Welt macht es nicht ungeschehen. Die Strähne hatte sich wieder befreit und sie strich sie erneut zurück. Es stört mich einfach, sagte sie noch einmal, dass es so lange dauert.

The woods are lovely …

This still holds true …

Inger-Kristina Wegener's avatarArt & Writing

Robert Frost, 1913. Robert Frost, 1913. (Photo credit: Wikipedia)

It might just be true that there are some words that own us before we even truly know them.

A long time ago, I was a kid still, I watched a spy movie. I don’t even know the title of that movie now nor do I remember the plot.  I seem to remember the face of the main actress but do not know her name. I just recall that the story unfolded around a group of so called “sleepers”, people who were leading normal average US citizen lives until they were called – by phone – by a contact person who then “woke” them to perform a certain task by reciting a single line from a poem to them. And this single line from a very famous poem  stayed with me for years. Alas, neither did I know it was famous, nor did I…

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Tschick auf dem Lehrplan

Wenn man keinen Spitznamen hat, kann das zwei Gründe haben. Entweder ist man wahnsinnig langweilig und kriegt deshalb keinen, oder man hat keine Freunde. Wenn ich mich für eins von beidem entscheiden müsste, wär’s mir, ehrlich gesagt, lieber, keine Freunde zu haben, als wahnsinnig langweilig zu sein. Weil, wenn man langweilig ist, hat man automatisch keine Freunde, oder nur Freunde, die noch langweiliger sind als man selbst. Es gibt aber auch noch eine dritte Möglichkeit. Es kann sein, dass man wahnsinnig langweilig ist und keine Freunde hat. Und ich fürchte, das ist mein Problem.

Tschick, Wolfgang Herrndorff

Auf eine bessere Analyse der Herausforderung, etwa fünfzehn zu sein und zur Schule zu gehen, als Herrndorff es mit Tschick (und dieser zitierten Stelle) liefert, kann man nicht hoffen. Tatsächlich ist das kurze Buch wie Tschick, eigentlich Andrej Tschichatschow, sagen würde, “wahnsinnig” aufschlussreich für all jene, die vergessen haben, wie unfassbar kompliziert es ist, sich durch das Labyrinth des Heranwachsens zu mogeln. Gleichzeitig klingt leise der Verdacht an, dass es (das Leben) vielleicht nie wieder so eindrucksvoll, unmittelbar, ehrlich und großartig werden wird wie gerade in dieser Zeit. Auch das lässt sich leicht vergessen, später, wenn man es geschafft hat und erwachsen geworden ist.

Unsere Kinder befinden sich in einem ständigen Spagat zwischen dem einen Leben aus Unterricht, Hausaufgaben, Musikunterricht, Sport, und dem unbenannten „Anderen“, dem Gegenteil der Vorhersehbarkeit und „Langeweile“, die aus einer nahtlos durchorganisierten Woche folgen. Dem „Anderen“, das man mit Freunden und mit Dingen verbringt, die Erwachsene nicht immer gut verstehen können, und das in Abwesenheit eines passenderen Begriffes auch als „Freiheit“ bezeichnet werden kann. Ein vager, ebenfalls komplizierter Begriff, der wichtig genug ist, mit Verfassungsrang ausgestattet zu sein.

Das Verhältnis zwischen dem „Einen“ (dem Schulunterricht) und dem „Anderen“ war immer schon ungeklärt, muss es wahrscheinlich sein. Freiheit hat ja auch immer ein Element von eigener Verantwortung. Man muss sie sich nehmen, wenn sie erforderlich wird. Und man muss wünschen, dass sie einem erforderlich wird, denn der Wunsch, sich von den Regeln anderer (noch schwieriger: auch von den eigenen) zu emanzipieren, ist eine Eigenschaft, auf die wir angewiesen sind, wenn wir zu der Gesellschaft werden wollen, die unser Grundgesetz uns garantiert und zutraut, und die ohne eine Begabung zur Freiheit nicht stattfinden kann. Das gilt natürlich nicht nur für die Schule, aber wer es in der Schulzeit nicht lernt, sich für eigene Interessen, Freiräume und Ideen einzusetzen, wird es später schwer haben, das noch zu lernen.

Als Schülerin habe ich gedacht, dass es ein besonders perfider Schachzug der Schule sei, ein Buch wie „Der Fänger im Roggen“ von J.D. Salinger in den Lehrplan aufzunehmen. Dasselbe Schicksal ist nun auch „Tschick“ widerfahren. Tschick, der etwas von Freiheit weiß und davon, wie man einen hellblauen Lada kurzschließt. Übrigens gibt es in „Tschick“ neben den Jungs Maik Klingenberg und eben Tschick mit Isa ein mindestens ebenso starkes Mädchen, das unter anderem ziemlich beeindruckend fluchen kann. Später, als Herrndorff den Deutschen Jugendliteraturpreis erhalten hatte, schrieb er, er wünschte, er hätte das mit dem Auto-Kurzschließen doch noch genauer dargestellt. In den Unterrichtsmaterialien zu Tschick liest sich das dann so: „Das Schülerheft ermöglicht die kompetenzorientierte Aufarbeitung der Buchinhalte.“

Ich denke aber, für uns Eltern ist es bestimmt nicht verkehrt, sich von Tschick um den Finger wickeln zu lassen, wenn er bei unseren Kindern im Lehrplan auftaucht. Mit etwas Glück erinnert die rasante Geschichte uns daran, dass Bildung für unsere Kinder auch bedeuten muss, irgendwann zwischen Klasse 5 und Q4 gegen die Regeln, unsere und die der Schule, aufzubegehren. Und dass unsere Kinder ein Recht darauf haben, dass das Leben während der Schulzeit jedenfalls mindestens einmal so großartig sein kann wie vielleicht niemals wieder danach.

Aus Elternsicht heißt das: nachgeben, wenn Kinder Zeit für sich fordern! Und „Fehler“ gelassen nehmen. Wolfgang Herrndorff hat in seinem Blog „Arbeit und Struktur“ übrigens gesagt, es dürfe keine Hausaufgaben zu Tschick geben. Natürlich auf unnachahmliche Herrndorff-Weise. Wer will, forsche danach: http://www.wolfgang-herrndorff.de

Monster für Kinderrechte! Die UN-Kinderrechtskonvention wird 25!

IMG_3493MONSTER.KUNST.KINDER.RECHTE. Zum 25. Geburtstag der UN-Kinderrechtskonvention heißt die Landeszentrale für politische Bildung Schleswig-Holstein im Kieler Landtag 41 farbenfrohe Monster gemalt auf Kakaojutesäcken als unkonventionelle Botschafter der 41 Artikel und Kinderrechte des Ersten Teils der Konvention willkommen. Die Ausstellung richtet sich an Kinder und Erwachsene gleichzeitig – in Wort und Bild lädt sie dazu ein, Kinderrechte mit Spaß und Entdeckungsfreude besser kennen zu lernen.

In jedem Monsterbild finden sich „Dinge“, die Kinder gesammelt haben: zerbrochene Katzenaugen, Schlüssel, abgebrochene Bleistifte, Knöpfe, Flaschenkorken, Murmeln, Glitzersterne, Strandglas. Solche Schätze findet nur, wer Zeit und Phantasie hat, sie lassen sich eilenden Schrittes und mit straff organisiertem Kalender nicht entdecken. Wer bislang gemeint hat, Besseres zu tun zu haben, als Scherben aufzuheben, wird mit dieser Ausstellung zum Nachdenken angeregt. Kinder geben ernst zu nehmende Impulse für die Zukunft, zum Beispiel zu einem verantwortlichen Umgang mit natürlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Ressourcen. Und: Nur eine Welt, in der Kinder sicher spielen, wachsen und lernen dürfen und Erwachsene bereit sind, ihnen genug Freiheit hierfür einzuräumen, kann eine lebenswerte Welt für alle bleiben.

In short: The Who is the What

FotoNach dem Studium der Rechtswissenschaften an der FU Berlin, unter anderem in Prof. Dr. Uwe Wesels rechtsgeschichtlichem Seminar, und einer Studienzeit “Freies Bühnenbild und Malerei” mit dem belgischen Maler Roger Servais in Berlin, habe ich nach dem zweiten juristischen Staatsexamen in München, Atlanta, und annähernd vierzehn Jahre in New York City gelebt und gearbeitet.

Seit meiner Rückkehr aus den USA arbeite ich als niedergelassene Rechtsanwältin und weiterhin auch als Künstlerin in Norddeutschland. Der tägliche Umgang mit Mandanten, Anwälten, Behörden und Gerichten ebenso wie meine nebenberufliche Arbeit mit Schülern und Schülerinnen bieten eine Vielzahl von Anknüpfungspunkten für meine Kunst.

Aufklärung über Recht insbesondere auch junger Menschen sind integrativer Teil meiner künstlerischen Arbeit und zeigen sich exemplarisch in dem seit vielen Jahren andauernden Projekt “Kinderrechte sichtbar machen”, einer Verbindung von künstlerischen und juristischen Inhalten, welches sich auch in der neuen Ausstellung MONSTER.KUNST.KINDER.RECHTE im Landtag Kiel darstellt. Kunst wird in diesen Arbeiten als Dialog und als Vision mit dem Ziel der Gestaltung gesellschaftlicher Realität verstanden.

Studied law at the Free University in Berlin after graduating high school in Kiel. Was greatly influenced by the history of law seminar of Prof. Dr. Uwe Wesel. Studied painting and stage design with the Belgium painter Roger Servais. Then moved to Munich, New York, Atlanta and back to the New York area. Lived and worked in the US for fourteen years.

Upon return to Germany I started working as a lawyer again. I continue my work as an artist and as a lawyer and I dedicate time to teaching law and art to people, mostly kids. Everyday experience with clients, attorneys, courts as well as with students is a never failing source of inspiration for my work.

Teaching legal aspects of daily life to kids is part of my work as an artist. My project „Kids are people“ (Circus Utopia Art Press) has combined a living learning environment for art as well as for law for many years. Art in this work is but a way to communicate the need to create just human environments.

Die Bibliothek der Schatten

Inger-Kristina Wegener's avatarNachtwachen

Signature of James Joyce from Ulysses, 1936 Bo...

Signature of James Joyce from Ulysses, 1936 Bodley Head Edition, Copy #3 of 100 (Photo credit: Wikipedia)

Der Urgroßvater hatte sein gesamtes Leben in Schleswig-Holstein verbracht, dennoch war er nach den Darstellungen seines Sohnes des Englischen auf eine Weise mächtig gewesen, die es ihm erlaubt haben musste, Joyce im Original zu lesen. Mit Bedauern empfindet K ihre jugendliche Ignoranz. Sie hatte immer nur ungeduldig darauf gewartet, dass die Geschichte, die der Großvater ihr wieder und wieder erzählte, ein Ende haben möge, so dass sie sich wieder ihrem eigenen Buch widmen konnte. Außerdem war es K von Kindheit an selbstverständlich gewesen, dass Wissen einfach durch beharrliches Interesse erworben wird.

Sie hatte es niemals in Frage gestellt, dass ein Dorflehrer sich in seinem Studierzimmer ganz seinem Interesse an zeitgenössischer Literatur widmen konnte, weil sie auch ihren Großvater in fortwährender Beschäftigung mit Ideen und Wissen erlebt hatte, die ihren Ursprung ausschließlich in seiner…

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