Page 3 of 6

Schrödinger’s cat – or: On the art of being in multiple locations simultaneously

 
After a couple of years working  part time as a lawyer I just started working in a full time position. The first week brought me to about 50 hours and an additional 13 hours commuting time. My brain – while obviously mostly occupied with cases and briefs – feverishly tries to establish a parallel sphere in which running, art and writing might still have a serious existence. While it is hard to get out paints at night digital sketches have been a kind of substitute for my art deprived brain. As for non- legal language impact I have been listening to David Foster Wallace while driving and Proust. In search of lost time. One does not need a psychologist to figure out why these are the choices that offered themselves. As for Schrödinger’s Cat: Only while rereading the small blurb on superposition under my sketch did I realize why the idea has found its way into my nightly art fix: the effect in which a single particle is demonstrated to be in multiple locations simultaneously. 

MONSTER.KUNST.KINDER.RECHTE, Ausstellung im Landeshaus Kiel vom 17.11. – 27.11.2014

Einladung_Querformat-Monster-fuers-web

IMG_3504

Mit angemessener Nervosität zähle ich die Stunden bis zur Eröffnung der Ausstellung im Landeshaus Kiel.

Die Monster, die als Botschafter der UN Kinderrechtskonvention in vielen Nächten in meinem Studio Gestalt annahmen, hängen seit Freitag in dem lichtdurchfluteten ersten Stockwerk des Kieler Landeshauses und warten auf die Eröffnungsveranstaltung. 41 Monster für 41 Artikel des Teil I der UN Kinderrechtskonvention. Über 250 Besucher haben sich auf die Einladung der Landeszentrale für politische Bildung Schleswig-Holstein für die Teilnahme an der Eröffnungsveranstaltung angemeldet, es sind sehr viele junge Menschen dabei.

Ein Wunsch für die Ausstellung sei erlaubt: mögen die Monster, die mich und viele Schülerinnen und Schüler in über zehn Jahren Workshops begleitet und inspiriert haben, in der ihnen eigenen Sprache zu den Kindern und Jugendlichen sprechen.

“Überall lernt man nur von dem, den man liebt.” hat Goethe gesagt. Astrid Lindgren griff es in ihrer Rede zum Friedenspreis des Deutschen Buchhandels auf. Das gilt, wir wissen es, für das Gute, das wir unseren Kindern mit auf den Weg geben können, Gerechtigkeit, den Wunsch nach Freiheit und Menschlichkeit, wie auch für das Gegenteil: Gewalt, Unversöhnlichkeit und Gier.

In einer Welt, in der so viel Gewalt zwischen den Menschen herrscht, gilt es mit den Worten Astrid Lindgrens daran zu erinnern, dass all jene, die heute Gewalt predigen, einst Kinder waren, die Gewalt lernten. Und so ist es mit dem utopischen Sinn der Künstlerin ebenso wie mit dem nüchternen Sinn der Juristin, dass ich mich mit dieser Ausstellung  zum 25. Geburtstag der Konvention direkt an die Kinder wende. Wer bereits Rechte hat, braucht sie anderen nicht zu entreißen. Wer satt ist, kann lernen. Wer geliebt wird, kann lieben. Wer Gerechtigkeit erfährt, wird Gerechtigkeit verbreiten.

Die Umsetzung der UN Kinderechtskonvention (und die Aufnahme von Kinderechten in unser Grundgesetz) ist notwendige Arbeit am Fundament unserer Gesellschaften. Nach all diesen Jahren lasse ich mich nicht eines anderen belehren: aus geliebten, respektierten Kindern werden friedliche Erwachsene.

autocorrect

IMGP1041When she was ready to write, the first word that presented itself was: nocolor. Autocorrect corrected it three times over. Autocorrect wrote: “No color”. The word as it needed to be was: nocolor. She knew what it meant. It was a good word to start with. She could see that autocorrect was struggling with the concept. She took a piece of transparent drawing paper o and instead of typing she drew the word with a radiograph pen, 0,35 mm: nocolor. The paper endured the non mistake.

Autocorrect was a mediocre little man in a grey woolen suit. She knew him. Raymond Chandler had known him, too. Common sense, autocorrect, is the little grey man who never makes a mistake in addition. But it is always someone else’s money he is adding up. Oh, I have met the little man in the grey suit many times over. Here he lingers. I am sure autocorrect wears a grey suit, but I know better than to pay attention to him. nocolor is a good word to start writing about the exits that are not accounted for. the little grey man wouldn’t know them if he stood facing one. He would insist there was no door. And he’d be right there is no door. Only there is.

Das Möbiusband

Screenshot 2014-04-11 15.30.33K fährt vorsichtig mit der Spitze ihres Zeigefingers an der goldenen Schlinge entlang. Der Anhänger ist das kunstvolle Modell eines Möbiusbandes, ein mathematisches Fingerspiel. Ihr Großvater, Nicolai Rieper, hatte es für seine Frau anfertigen lassen, lange vor Ks Geburt. Es hat nur eine Oberfläche und eine Kante, an der Ks Zeigefinger endlos entlang reisen könnte, um das Band vollständig auf seinen verlorenen Glanz zu polieren, in fließendem Wechsel zwischen Vor- und Rückseite, ohne jemals den Finger anzuheben. Ein mathematisches Spiel, Großvaters Leidenschaft, das Geschenk eines Mannes, der keinen Sinn für nutzlose Objekte besaß.

Es ist passend, dass sich das Möbiusband jetzt in Ks Händen befindet, nicht nur wegen der Faszination, die sie als Kind für diesen Anhänger und seine Geschichte aufgebracht hat. Wie K hatte der Mathematiker Möbius, Pionier der Topologie, zunächst Rechtswissenschaften studiert, bevor er sich seiner eigentlichen Berufung, der Mathematik, zugewandt hatte.

Dem Großvater waren über Ks Jurastudium graue Haare gewachsen, weil er zutreffend vermutete, dass K mehr Zeit in den Kunstsammlungen in Dahlem, in diversen Zeichenkursen und in kunstgeschichtlichen Vorlesungen zubrachte als in den Hörsälen ihrer eigenen Fakultät. Dass K schließlich doch ihre Staatsexamina ablegte, hatte er nicht mehr erlebt. Dennoch war das Möbiusband nicht zuletzt auch Symbol dessen, was er sich für K gewünscht hatte: die Aneignung einer Welt, die rational, vorhersehbar und regelgerecht war. Wobei er unter Regeln nicht die unabwendbaren Gesetze von Natur und Wissenschaft verstand, sondern die Ordnung des Gesetzes, in der sich die ideale Gesellschaft spiegelte. Das es K vor seiner Ordnung graute, war ihm nie in den Sinn gekommen. „Das bist Du Deinem Verstand schuldig, mein Kind“ hatte er ihr mehrfach vorgehalten, „Malen,“ hatte er verächtlich hinzugefügt „das können andere besser.“

Der Fall Eichmann: Strafrechtliche Verantwortlichkeit für staatlich legitimiertes Handeln

Der Fall Eichmann: Strafrechtliche Verantwortlichkeit für staatlich legitimiertes Handeln.

In der letzten Wochenende-Ausgabe der “taz” (vom 15.03.14) erschien ein Interview zum Thema Restitution von beschlagnahmter Kunst während des Terrorregimes der Nationalsozialisten in Deutschland, das auf zwei langen, anregenden Gesprächen mit der taz-Redakteurin Petra Schellen beruhte, die mir Gelegenheit gab, zu diesem Themenkreis umfassend Stellung zu nehmen. In diesem Interview ist unter anderem in den biografischen Hinweisen von diesem Buch “Nachtwachen” die Sprache, auf das ich seither mehrmals angesprochen wurde. Auf der hier verlinkten Webseite “nachtwachenroman.com” finden sich für den Interessierten Ausschnitte aus dem Roman. Vielen Dank für das Interesse!

Artist’s logic: to a friend who just celebrated an important birthday, (isn’t any birthday?)

While I travel between two very different worlds, one might just as well say, universes, between the paper world of the lawyer backed up by the many stories and needs of my clients, as different from one another as one can imagine, and the turpentine world of art, the stark smells, the mess, the need to tangle that which has just before been neatly ordered, backed up only by my own perception of the beauty of randomness, my need to stretch beyond the confines of an individual biography and yet of course always landing face first back in, well  if not in the mud then at least in a bucket of paint like any other clown in business,

while I travel between these worlds I feel entirely grateful that for some random reason I have been given the gift of intense pleasure in all these fragments that might never amount to much, not make a front page but at any time give me a sense of wonder and awe of the wild twists and turns. How I wish you would, too, I mean, take intense pleasure in what is, not fear how much or how little there is to come. Take the deep breath and dare to live this imperfect, strange, angst-ridden, beautiful, funny, short, long, light, dark thing called a life. How I wish you’d get to be just you, not judge yourself nor let yourself be judged by others while you lay down, if only for a moment, the burden of your insight.

Here’s to the wild twists and turns, my friend, to moments of desperation followed by sudden outburst of unfounded optimism, to the great calm between the days of discontent and the fractured mirror of contentedness reflecting the light of other possible worlds.

IMG_3159

 

 

Die Strafprozessordnung als Mittel zur Restitution von NS-Raubkunst?

Jenen, die mir im Zusammenhang mit meinem kurzen dpa-Interview zu der von den von Herrn Cornelius Gurlitt beauftragten Rechtsanwälte eingelegten Beschwerde gegen die Beschlagnahme der Bilder aus der Schwabinger Wohnung, geschrieben haben:

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, Ihre Meinung zu dem Vorgehen der Ermittlungsbehörden im Fall Gurlitt zu artikulieren. In der Tat halte ich die Strafprozessordnung nicht für das geeignete Mittel, eine Restitution von NS-Raubkunst auf rechtsstaatlichem Wege zu erreichen. Wie Sie dem Artikel auch entnehmen konnten, plädiere ich hingegen dafür, dass wir den Erben der rechtmäßigen Eigentümer endlich durch entsprechende Gesetzgebung die rechtlichen Instrumentarien zur Restitution bereit stellen, um erlittenes Unrecht jedenfalls so weit wieder auszugleichen, wie das durch die Rückgabe der Bilder an die Erben geschehen kann.

Dass ich fordere, dass dies mit rechtsstaatlichen Mitteln zu geschehen habe, ist in meinen Augen eine demokratische Grundforderung, die ich gerade in Hinsicht auf die Erfahrungen unseres Landes während des NS-Regimes für unerlässlich halte.

Vielleicht können Sie selbst durch engagierte Meinungsbildung bei Ihren Vertretern im Bundestag dazu beitragen, dass ein Gesetz zur Restitution von NS-Raubkunst verabschiedet wird. Ich weiß aus meiner Arbeit mit Jugendlichen, dass auch unter jungen Menschen der Wunsch zu einem Ausgleich des maßlosen Unrechts, das jüdischen Mitbürgern während des NS- Regimes zugefügt wurde, weit verbreitet ist und nach wie vor viele Menschen eben gerade nicht der Meinung sind, dass “dies alles lang zurückliegt”.

The elusive act of teaching children how to be creative …

Legal Chimaere

To be creative is a basic desire of humans, all humans. It is a genuine expression of who we are even before we are defined by our social and economic circumstances. To teach a child to be creative therefore seems to me an elusive act. I look at children with a sense of awe, they are still there, right at the origin, and all I do as the teacher I am honored to be at times is to take them on the same kind of  long walk that I had been privileged to undertake with my own grandparents and I simply allow them to discover their world and to collect at will what responds to their own desire of creating this world new. If we’d allow our children more freedom and time to explore their own world and provide them with materials that are not dedicated to specific purposes, we could cut back on many extracurricular activities. Let them venture out there and the artist that lives in every one of us but is acutely alive in our children is ready to meet all the great challenges of art right in our neighborhood.

 

assault on reason

there was a time the child knew with unfailing certitude that what was presented to her as the inevitable if not inexorable logic of reason was but a clever disguise for the a massive assault on reason .IMG_0538